Viele Schritte und ein Ziel

Stefanie Frank ist weiterhin und unter neuer Adresse als Hausärztin in Herzberg tätig.

Ein anderer Job, sagt Stefanie Frank unmissverständlich, kam für sie nie in Betracht.
Dafür sei das Bedürfnis anderen Menschen zu helfen, bei ihr einfach zu groß ausgeprägt. Das Studium an der Humboldt-Universität in Berlin, der erste Arbeitsvertrag an einem Lehrkrankenhaus der Charité und die Facharztausbildung zur Internistin waren deshalb folgerichtige Schritte im Berufsleben. Ebenso konsequent ging die gebürtige Herzbergerin aber auch die weitere Lebensplanung an. “Als unsere Kinder auf der Welt waren”, spricht sie für sich und ihren Mann, “stand frühzeitig fest, dass diese auf dem Land und nicht in der Großstadt aufwachsen sollen.” Der Weg zurück in die alte Heimat Schlieben war damit beschlossene Sache.

Inzwischen ist Stefanie Frank im Altkreis Herzberg keine Unbekannte mehr. Mit Charme und Sachverstand hat sie sich hier als Ärztin einen guten Namen erarbeitet. Die von ihr gewählte Studienrichtung Inneres kommt der 39-Jährigen dabei durchaus zu Hilfe. “Diesen Entschluss hatte ich im Verlaufe des Studiums gefasst. Mich fasziniert, dass dieser Bereich vielfältig und fächerübergreifend ist”, betont sie. Ohnehin bevorzuge sie im Beruf Abwechslung. Kein Wunder also, dass Stefanie Frank noch immer über ihre frühere Tätigkeit auf der Rettungsstelle berichtet. “Es mag diesbezüglich seltsam klingen – aber ich mag Überraschungseffekte. Jeder Tag ist anders, Routine findet nicht statt.” Dieses Muster bietet sich Frank mittlerweile auch als niedergelassene Hausärztin. 2018 entschied sie sich, ambulant für ihre Patienten da zu sein. Einen Schritt, den sie noch keinen Moment bereut hat. Konsequent und zielstrebig geht sie seither die täglichen Aufgaben an und ist sich völlig im Klaren darüber, welch hohes Vertrauen die Menschen in sie setzen, wenn sie um Rat und Hilfe bitten.

Um dieser Verantwortung auch weiterhin vollends gerecht zu werden, entschloss sie sich im September 2020 als angestellte Ärztin den Arbeitgeber zu wechseln. Seither agiert sie unter dem Schirm des Ärztenetzwerkes Südbrandenburg med. Zentrum GmbH (ANSB) und ist damit eine von vielen jungen Medizinern, die sich im ANSB für das Wohl der Menschen in der Region engagieren. “Junge Kollegen, ein vertrauensvolles und sich gegenseitig inspirierendes Miteinander, kurze Wege – dieser Schritt hat mich beruflich nach vorn gebracht”, ist sie überzeugt. Aber auch ihre Patienten würden davon profitieren, sagt Stefanie Frank und verweist auf das bereits bestehende enge Verhältnis zu den Kindern, Frauen und Männern, die regelmäßig zu ihr in die neue Praxis an der Südpromenade in Herzberg kommen. “Ich spüre jeden Tag das in mich gesetzte große Vertrauen. Um als Arzt erfolgreich zu sein, bedarf es aber einer Teamleistung, zu der sich Mediziner und Patient gleichsam verpflichten. Als Arzt kann ich nur so gut sein, wie der Patient es zulässt”, fügt sie deshalb an.

Zwei Schwestern, zwei Anmeldekräfte und eine Auszubildende gehören im Weiteren der Praxis Frank an. Eine der Schwestern, sagt die Chefin, sei fachlich sogar qualifiziert, selbst Hausbesuche auszuführen. Angesichts der steten Zunahme älterer Menschen im Landkreis, ein notwendiger und weitsichtiger Schritt.

Als Kind, erzählt Stefanie Frank, habe sie viel gelesen. Vor allem Bücher, die ihr dabei helfen sollten, das Wunder des menschlichen Körpers zu verstehen. Jetzt, wo sie die Zusammenhänge erfasst hat und fundiert erklären kann, sei sie froh und dankbar, diesen Berufsweg gewählt zu haben. Die Menschen in der Region sind es auch.

Foto: Sven Gückel